Soll er traditionell sein? Erst bei der Zeremonie?

Oder darf er schon früher sein – womöglich für ein Fotoshooting – frisch gestylt?

Der besondere Moment, an dem der Bräutigam seine Liebste zum ersten Mal im Brautkleid sieht, ist ein wirklich besonderer Moment. Er ist voller Rührung, voller Emotionen, und so manches Paar kann die Tränen nicht zurückhalten. Hochzeits-Fotografen schießen hier die schönsten Fotos – voller Zärtlichkeit und Liebe.

Doch warum wird um den ersten Blick so ein Tamtam gemacht?

Die Geschichte:

Von früher ist überliefert, es bringe Unglück, wenn das Brautpaar sich vor der Zeremonie sieht. In der Tat hat das Ritual, dass Braut und Bräutigam sich vor dem Erscheinen in der Kirche nicht zu Gesicht kriegen dürfen, einen weitaus unromantischeren Ursprung:

Vor ewigen Zeiten wurden Hochzeiten durchaus arrangiert – ein Businessdeal zwischen einflussreichen Familien. Hier ging es um Einfluss, um Ländereien, um politische Belange… Damals war es „normal“, dass Braut und Bräutigam sich zuvor niemals begegnet waren. Oftmals wurde der „Deal“ vom Brautvater eingefädelt. Er wollte seine schönen Töchter reich verheiraten, hoffte auf großzügige Mitgiften. Doch wenn die Tochter nicht so schön war, fürchtete der Brautvater um die lukrative Verbindung, wenn der junge Herr die Herzensdame zu früh zu Gesicht bekam. Wenn der Anvisierte die Hochzeit dann abblies, war das mit großer Scham verbunden – Scham für die Familie der Braut. Also erfand man das Ritual: Braut und Bräutigam dürften sich erst am Altar ins Gesicht blicken – wenn der Schleier gelüftet wird.

A propos Schleier:

Der hatte freilich die gleiche Funktion. Der Bräutigam durfte den Schleier erst dann heben, wenn die beiden vermählt waren – um seine frisch angetraute Frau zu küssen. Wenn sie ihm nicht gefiel, war es zu spät.

Eine Hochzeit bietet viele emotionelle (Foto-)Momente.

Heute:

Heute hat das Ritual natürlich eine weitaus romantischere Note: Der Moment, wenn die Braut mit Schleier die Kirche betritt…. Der Moment, da der Bräutigam den Schleier lüftet….. Und alle Beteiligten schmelzen dahin….

Viele Paare verbringen sogar die letzte Nacht vor der Hochzeit getrennt voneinander. Das steigert die Spannung, die Vorfreude. Außerdem kann man sich so nicht aus Versehen begegnen, der Bräutigam kann garantiert keinen heimlichen Blick auf seine Prinzessin erhaschen. Der Bräutigam erscheint in der Regel zuerst in der Kirche oder am Ort der Zeremonie. Die Braut erscheint dann, wenn alle bereits aufgeregt warten.

Ab und an treffen entscheiden sich Paare auch für ein erstes Fotoshooting – vor der Hochzeit… Sie treffen sich – abseits von allem Trubel – zu einem intimen Moment der ersten Begegnung. Der Moment gehört den beiden, ganz allein. Nur der Fotograf darf bei dieser Begegnung dabei sein.

Egal, wie Ihr Euch entscheidet: Der ERSTE BLICK ist ein wunderbarer Moment. Ein Gänsehaut-Moment.

Das erste Fotoshooting: Vor der Zeremonie oder danach?

Übrigens:


Immer mehr Paare bzw. Fotografen halten auch den ersten Blick „Vater & Tochter“ fest. Kein Vater kann sich eine Träne verdrücken, wenn er seine süße Tochter, die eben gerade noch in den Kindergarten gegangen ist, ganz in weiß sieht.


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